Die Kunden vertrauen der Raiffeisenbank

Generalversammlung: Raiffeisenbank Pfeffenhausen-Rottenburg-Wildenberg eG legt Bilanz vor

Rottenburger Anzeiger vom 30.06.2016 - Ferdinand Mader

Rottenburg. Die Nullzinspolitik und die "Regelwut" der Europäischen Zentralbank (EZB) sorgen bei der Raiffeisenbank Pfeffenhausen-Rottenburg-Wildenberg eG zunehmend für "Bauchweh", doch dank des Vertrauens der Kunden kann das Geldinstitut im Geschäftsjahr 2015 mit einem "ordentlichen Ergebnis" aufwarten. Das stellte Vorstand Gottfried Kneißl bei der Generalversammlung im Rottenburger Volksfestzelt fest. Die 5197 Mitglieder unter den rund 14.500 Raiffeisen-Kunden können damit heuer mit einer Dividende in Höhe von drei Prozent rechnen, die von der Versammlung einstimmig abgesegnet wurde, ebenso wie der vom Genossenschaftsverband Bayern (GVB) geprüfte Jahresabschluss 2015 samt Lagebericht.

Mit der Berufung von Marco Rebl zum weiteren Vorstand neben Gottfried Kneißl und Jürgen Buhlmann wurde am Jahresanfang auch der letzte Schritt der Fusion mit der Raiffeisenbank Wildenberg eG, deren Chef der 42-jährige Rebl war, vollzogen. Neu in den Aufsichtsrat wählten die Mitglieder den Steuerfachwirt und Nebenerwerbs-Landwirt Andreas Satzl aus Obermünchen (Gemeinde Obersüßbach). Als Mitglied des Aufsichtsrates bestätigt wurde Maximilian Holzmayr aus Pürkwang, während Johann Gruber aus Zieglreuth (Gemeinde Obersüßbach) nach über 24 Jahren ausschied und für seine Verdienste eine Ehrung erhielt.

Nach über 24 Jahren aus dem Aufsichtsrat verabschiedet wurde Johann Gruber (4.v.l.) von den Raiffeisen-Vorständen Gottfried Kneißl (3.v.l.) und Marco Rebl (l.) sowie vom Aufsichtsratsvorsitzenden Emil Zieglmaier (2.v.l.) und GVB-Revisor Georg Budweiser (rechts). Für Gruber gab es einen Reisegutschein, für dessen Gattin Caroline einen Blumenstrauß. - Vorstand Gottfried Kneißl bei seinem Rechenschaftsbericht.

Holzner attestiert "Weitblick und Geschick"

Die Versammlung eröffnet hatte zuvor der Aufsichtsratsvorsitzende Emil Zieglmaier. Namens der Gemeinden im Geschäftsgebiet bedankte sich Rottenburgs Bürgermeister Alfred Holzner bei der Raiffeisenbank für die Unterstützung der Vereine und Organisationen. "Mit Weitblick und Geschick haben Vorstand und Aufsichtsrat das "Boot" Raiffeisenbank Pfeffenhausen-Rottenburg-Wildenberg eG durch schwierige Zeiten gelenkt", lobte der Bürgermeister. "Online ist nicht alles, der persönliche Kontakt zu den Kunden ist wichtig. Die Bank bekennt sich dazu", sagte Holzner.

Kneißl sparte in seinem Rechenschaftsbericht nicht mit drastischen Worten in Richtung der Europäischen Zentralbank und der Großbanken. "Die Ertragslage unserer Bank ist für 2015 gut, aber bereits 2016 ist ein deutlicher Rückgang zu erwarten", mahnte Kneißl. Man gehe in den nächsten fünf Jahren von keiner Zinswende aus, erst recht nicht nach dem "Brexit". "Das heißt für uns, es besteht Handlungsbedarf." So habe man die Geschäftsstellen Weihmichl und Neuhausen zusammengelegt, was für letztere das Aus bedeutete. Weitere Schließungen werde es nicht geben, versicherte der Bankvorstand, um gleich nachzuschieben: "Dies gilt aber nicht auf ewig."

Auf dem Bild von links die Raiffeisen-Vorstände Marco Rebl und Gottfried Kneißl, der neu gewählte Aufsichtsrat Andreas Satzl, der wiedergewählte Aufsichtsrat Maximilian Holzmayr und Aufsichtsratsvorsitzender Emil Zieglmaier. - Das neue Vorstandsmitglied Marco Rebl stellte sich der Versammlung vor.

Schließung von Filialen ist nicht ausgeschlossen

Die zunehmende Digitalisierung führe einfach dazu, dass die Kundenfrequenz in der Filiale immer mehr abnehme. Freilich sieht sich die hiesige Raiffeisenbank nach wie vor fest in ihrer Heimat verwurzelt: So wurden über 31.000 Euro Spenden an Schulen, Kirchen, Vereine und soziale Einrichtungen verteilt und an die Kommunen 2015 Gewerbesteuer in Höhe von 430.000 Euro überwiesen. "Wir sind zuverlässiger Arbeitgeber für 111 Mitarbeiter in Bank und Ware und bilden engagiert aus", führte Gottfried Kneißl an, der danach zum Zahlenwerk der 2015er-Bilanz kam: Die Barreserve der Bank in Höhe von 10,5 Millionen Euro setze sich zusammen aus dem Kassenbestand mit 5,1 Millionen Euro und dem Guthaben bei der Deutschen Bundesbank mit 5,4 Millionen Euro, für das man seit dem letzten Jahr einen Strafzins in Höhe von 0,4 Prozent bezahlen müsse.

An die Kunden sind zum Bilanzstichtag Kredite in Höhe von 263,2 Millionen Euro ausgegeben worden, acht Prozent mehr als 2014. Das betreute Kundenanlagevolumen beläuft sich auf 412 Millionen Euro und konnte um 19,4 Millionen Euro gesteigert werden. Das Eigenkapital mit 23 Millionen Euro setze sich zusammen aus dem gezeichneten Kapital der Mitglieder mit 5,4 Millionen Euro, den Ergebnisrücklagen von 17 Millionen Euro und dem Bilanzgewinn im Jahr 2015 mit 583.000 Euro. Witterungs- und Preisbedingt verzeichnete die mit dem Landhandel eng verbundene Genossenschaftsbank beim Warenumsatz einen leichten Rückgang von 15,9 Millionen Euro auf 14,5 Millionen Euro.