Auto teilen für die Umwelt

Carsharing: E-Golf "Alte Ziegelei" kann ab sofort ausgeliehen werden

Rottenburger Zeitung vom 23.01.2018 - Von Anna Kolbinger

Rottenburg. Ab sofort können sich die Rottenburger stunden-, tage- oder wochenweise einen E-Golf über ein Carsharing-Modell ausleihen. Der Wagen steht auf dem Gelände der "Alten Ziegelei" und wurde am Freitag offiziell in Betrieb genommen. 

Er freue sich, nun E-Carsharing - also ein Elektroauto zum Teilen - in Rottenburg anbieten zu können, sagte Bürgermeister Alfred Holzner. Auf Initiative der Stadt und der Balk Gruppe ist Rottenburg nun einen Schritt weiter, in Sachen E-Mobilität. Sich den E-Golf "Alte Ziegelei" auszuleihen, ist nicht nur eine umweltfreundliche Option Auto zu fahren, sondern auch eine kostengünstige. Mit Anschaffungskosten, Versicherung, Steuer, Garage und Reparaturen steckt man eine Menge Geld in das eigene Auto. Gerade wenn man nicht oft, und hauptsächlich Kurzstrecken fährt, sei der E-Golf billiger, meinte Holzner: "Man zahlt nur, was man nutzt". Denn das Fahrzeug kann man sich stunden-, tage- oder wochenweise ausleihen. Eine Stunde kostet fünf, ein Tag 39 Euro, jeder Folgetag 35 Euro und eine Woche 210 Euro.

Freuen sich, dass der E-Golf ab sofort genutzt werden kann: Gottfried Kneißl (Raiffeisenbank), sozialer Hausmeister Franz Moises, Sebastian Wokoeck (Sparkasse), Herbert Wittenzellner (E-Wald), Felix Lang (Autohaus Lang), Bürgermeister Alfred Holzner, Andreas Schindlbeck (Schindlbeck Solar) und Richard Balk (Balk Gruppe).

Dass der E-Golf zu diesen günstigen Preisen angeboten werden kann, ist durch die Unterstützung der vier ortsansässigen Sponsoren möglich. Sparkasse, Raiffeisenbank, Schindlbeck Solar und das Autohaus Lang übernehmen für drei Jahre die Leasingraten für das E-Auto. Die Umrüstung hat die Stadt bezahlt, die laufenden Kosten sollen über die Leihgebühren finanziert werden. Die Vermietung läuft dabei über die Firma E-Wald.

Wer das Elektroauto nutzen möchte, muss sich auf dem Portal www.e-wald.eu registrieren. Beim Autohaus Lang wurde eine Vertriebsstelle für E-Wald eingerichtet, dort holt man sich seine Kundenkarte ab. Buchen kann man den Golf über das Telefon, den Computer oder das Smartphone. Mit der Kundenkarte kann man den Wagen aufsperren, so gelangt man an den Schlüssel, der sich im Handschuhfach befindet. Dorthin muss der Schlüssel auch wieder, sobald der Wagen zum Stellplatz auf dem Gelände der "Alten Ziegelei" zurückgebracht wurde. Mit der Karte wird das Auto dort wieder zugesperrt. Den Stellplatz und die Ladestation stellt die Firma Balk zur Verfügung. Außerdem wird sich der soziale Hausmeister des Seniorengerechten Wohnens, Franz Moises, um den E-Golf kümmern.

Das Elektroauto hat in der Praxis eine Reichweite von 200 Kilometern. Wie weit der Akku reicht, hängt allerdings auch davon ab, wie viel Strom der Wagen - abgesehen vom Fahren - braucht. Verzichtet man auf Klimaanlage, Sitzheizung und Radio, reicht der Strom länger. Hängt der Wagen vier Stunden an der Zapfsäule auf dem Gelände der "Alten Ziegelei", müsste er vollgeladen sein. Er kann aber auch an jeder anderen E-Tankstelle der Firma E-Wald kostenlos aufgeladen werden. Ein Verzeichnis der Ladestationen findet man auf der Internetseite der Firma.

 

Innerhalb von vier Stunden wird das E-Auto "vollgetankt".

Holzner ist mit dem Standort des E-Golfs zufrieden. Das Auto steht "mitten in der Stadt" und sei so von den Rottenburger Firmen aber auch von Privatpersonen gut zu erreichen. Auch hofft er, dass es von den Bewohnern des Seniorengerechten Wohnens genutzt wird. Richard Balk von der Balk Gruppe ist sich sicher, dass das Angebot angenommen wird. Mit einem E-Auto zu fahren sei eine "Riesengaudi", man müsse nur die anfängliche Scheu überwinden, die mit der Angst verbunden ist, dass der Strom nicht reichen könnte. Nutzt man E-Carsharing, setze man sich aktiv für den Umweltschutz ein.