Raiffeisenbank legt Warengeschäft zusammen

Maßnahme als Folge der massiven Strukturveränderung in der Landwirtschaft

Pfeffenhausen. Zum 1. Juli dieses Jahres legen die Raiffeisen-BayWa Waren GmbH mit Sitz in Lobsing, die Raiffeisenbank Hallertau eG und die Raiffeisenbank Pfeffenhausen-Rottenburg-Wildenberg eG ihr Warengeschäft zusammen und firmieren künftig unter der Bezeichnung Raiffeisen Waren GmbH Hallertau-Jura. Das haben die genossenschaftlichen Geldinstitute jetzt verlauten lassen.

"Aufgrund des anhaltenden Strukturwandels in der Landwirtschaft von vielen mittleren zu wenigen großen bis sehr großen Betrieben passen die genossenschaftlichen Unternehmen ihre Leistungsfähigkeit im Landhandel dieser Veränderung an", heißt es in der dazu jetzt herausgegebenen Pressemitteilung. Um den gestiegenen Anforderungen gerecht werden zu können, werde im gemeinsamen Unternehmen in den Ausbau leistungsfähriger Standorte investiert.

Hierzu sollen die größeren Standorte zu Kompetenzzentren ausgebaut werden, die mit ausreichend qualifiziertem Personal besetzt sind, um den Kunden eine höchstmögliche Beratung und Lieferfähigkeit anbieten zu können. Mittelfristig sind dem Vernehmen nach daher Investitionen in Höhe von rund fünf Millionen Euro geplant.

Das zusammengeführte Unternehmen wird künftig etwa 70 Mitarbeiter beschäftigen und einen Jahresumsatz von rund 70 Millionen Euro in den Sparten Agrar, Baustoffe und Mineralöle erwirtschaften. Alle Mitarbeiter würden übernommen, wird versichert. Betriebsbedingte Kündigungen aufgrund des Zusammenschlusses hat der Geschäftsführer der Waren GmbH, Erhard Ostermayr, ausgeschlossen.

Die Fusionspartner mit den Warenleitern (v.l.): Gottfried Kneißl, Vorstandsvorsitzender Raiffeisenbank Pfeffenhausen, Georg Spornraft, Warenleiter Raiffeisenbank Pfeffenhausen, Erhard Ostermayr, Geschäftsführer Raiffeisen BayWa Waren GmbH, Andreas Selmayer, Warenleiter Raiffeisenbank Hallertau, Franz Rohrhuber, Warenleiter Raiffeisen BayWa Waren GmbH Abensberg, und Andreas Ehrmaier, Vorstandsvorsitzender Raiffeisenbank Hallertau.

Aufgrund der räumlichen Gegebenheiten komme den bisherigen Hauptstandorten in Rudelzhausen, Pfeffenhausen und Lobsing auch weiterhin eine entsprechend hohe Bedeutung zu, heißt es. Die von den bisherigen Betrieben bereits vorgesehenen Standortoptimierungen sollen schrittweise realisiert werden. Das Geschäftsgebiet erstreckt sich damit von der Isar bis zu Donau über den östlichen und nördlichen Teil der Hallertau und deckt im Wesentlichen den nördlichen Landkreis Freising, den nordwestlichen Landkreis Landshut, den Landkreis Kelheim und den östlichen Teil des Landkreises Eichstätt ab. Die Notwendigkeit der Veränderung macht Gottfried Kneißl, Vorstand der Raiffeisenbank Pfeffenhausen-Rottenburg-Wildenberg eG, an der Entwicklung der Hopfenlandwirte in der Hallertau deutlich. Gab es vor 25 Jahren noch deutlich mehr als 3000 Betriebe, sind es aktuell noch knapp über 900, mit weiterhin abnehmender Tendenz. Georg Spornraft, der Leiter des Warengeschäfts in Pfeffenhausen, weist ergänzend auf die Entwicklung in der Technik hin. So habe sich aufgrund der immer größer gewordenen Mähdrescher und Anhänger der Druck auf die kleineren Standorte so stark erhöht, dass zum Teil das Getreide nur mit einem enormen zusätzlichen logistischen Aufwand angenommen werden kann. Hier sieht wiederum Andreas Selmayer, Warenleiter der Raiffeisenbank Hallertau eG, die Lösung in der neuen Organisation. Durch die höhere Geschwindigkeit der neueren Schlepper könnten problemlos größere Distanzen bewältigt werden, wenn im Gegenzug die Getreideannahme zügig abgewickelt werden kann.

Eine Herausforderung stellt für Andreas Ehrmaier, Vorstand der Raiffeisenbank Hallertau eG, allerdings die Beschaffung von Flächen für Neu- oder Erweiterungsbauten dar. So habe man sich im nördlichen Landkreis Freising seit 2013 bisher vergeblich um den Erwerb von entsprechenden Gewerbeflächen für einen Neubau bemüht.