"Raiffeisenbank steht auf gutem Fundament"

545.000 Euro Bilanzgewinn und drei Prozent Dividende - Warengeschäft wird ausgegliedert

Rottenburger Zeitung vom 28.06.2018 - von Ferdinand Mader

Rottenburg. "Die Niedrigzinsen werden zwar dazu führen, dass unsere Ergebnisse weiter zurückgehen. Trotzdem ist mir vor der Zukunft nicht bange. Die Raiffeisenbank steht nämlich auf einem guten Fundament." So fasste Vorstandsvorsitzender Gottfried Kneißl in seinem Geschäftsbericht bei der Generalversammlung der Raiffeisenbank Pfeffenhausen-Rottenburg-Wildenberg eG am Dienstagabend im Rottenburger Volksfestzelt die Lage des genossenschaftlichen Bankinstituts zusammen. Die Bilanz des Geschäftsjahres 2017 bezeichnete er als "ordentlich".

In Zeiten von "NDR" (Niedrigzins, Digitalisierung und Regulierung) gebe die Bank nach wie vor die von ihr zu bezahlenden Strafzinsen nicht auf die Einlagen der Kunden weiter, sondern versuche für sie Anlageformen zu finden, die zumindest einen Inflationsausgleich bieten, so Kneißl. Zum Jahresende 2017 verzeichnete man einen Kundenbestand von 14.488 Personen, davon waren 5.250 auch Mitglieder.

Letztere können heuer mit drei Prozent Dividende rechnen, die aus dem Bilanzgewinn von 545.000 Euro anteilsmäßig an die Mitglieder ausbezahlt wird. Zum Bilanzstichtag waren Kundengelder in Höhe von 313,5 Millionen Euro vorhanden. Das betreute Kundenanlagevolumen belief sich auf 476 Millionen und konnte somit um 29 Millionen Euro gesteigert werden. "Das ist Beweis Ihres Vertrauens in die Sicherheit und Beratungsqualität unserer Bank", lobte Gottfried Kneißl seine Kundschaft.

In ihren 8 Geschäftsstellen mit insgesamt 106 Mitarbeitern setze das Geldinstitut nach wie vor auf Kundennähe und Beratungsstärke. Eine Bestandsgarantie für alle konnte Kneißl angesichts der Tatsache, dass heute Onlineüberweisungen Standard seien und Bargeld zu 95 Prozent am Automaten geholt werde, freilich nicht geben: "Ich glaube, es ist für alle nachvollziehbar, dass es keinen Sinn macht, zwei Mitarbeiter den ganzen Tag in einer Geschäftsstelle zu haben, wenn dann täglich gerade noch zehn Kunden den Weg in die Bank finden."

In diesem Kontext ist auch die zum 1. Juli wirksame Ausgliederung des Warengeschäfts zu sehen. Kneißl: "Wir wissen um unsere Wurzeln und wollen auch in Zukunft für unsere Landwirte da sein. Aber es geht nicht allein." Um schlagkräftig und wettbewerbsfähig zu bleiben, sei deshalb ein gemeinsamer Warenbetrieb mit der Raiffeisenbank Hallertau und der Raiffeisen-BayWa Waren GmbH beschlossen worden. Dies bedeute auch eine sichere berufliche Zukunft für die aktuell 17 im Warenbereich beschäftigten Mitarbeiter. Die Bank bleibe Eigentümer der Lagerhäuser und als Gesellschafterin der gemeinsamen GmbH, der sich am Jahresende auch die Raiffeisenbank Essenbach anschließen wird, aktiv in die künftige Strategie eingebunden. Die Schließung der Lagerhäuser in Wildenberg und Neuhausen zum 30. Juni bezeichnete Kneißl als "betriebswirtschaftlich notwendig, egal ob gemeinsame GmbH oder nicht."

Zufriedene Gesichter auf der Generalversammlung: Vorstand Jürgen Buhlmann, die wiedergewählten Aufsichtsräte Josef Hyronimus und Franz Gärtner, Vorstandsvorsitzender Gottfried Kneißl und Vorstand Marco Rebl (v.l.)

Aufsichtsratsvorsitzender Franz Gärtner hatte zu Beginn der Versammlung unter den Ehrengästen auch Landrat Peter Dreier, die Bürgermeister aus dem Geschäftsgebiet, Alfred Holzner (Rottenburg), Karl Scharf (Pfeffenhausen), Andrea Weiß (Hohenthann), Helga Kindsmüller (Obersüßbach), Sebastian Satzl (Weihmichl) und Marion Schwenzl (Wildenberg) begrüßt. Er lobte die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat. Turnusmäßig lief die Amtszeit der Aufsichtsräte Franz Gärtner (seit 2009) und Josef Hyronimus (seit 2006) ab. Beide Gremiumsmitglieder stellten sich zu Wiederwahl, die zur reinen Formsache wurde.

In seinem Grußwort an die Generalversammlung bedankte sich Rottenburgs Stadtoberhaupt Alfred Holzner dafür, dass sich die Raiffeisenbank auch in diesen welt- und finanzpolitisch schwierigen Zeiten zu ihrer Heimatregion bekenne. Ein Blick in den Geschäftsbericht unterfütterte Holzners Aussage: Insgesamt wurden von der Bank fast 35.000 Euro Spenden an örtliche Schulen, Kirchen, Vereine und soziale Einrichtungen verteilt. An die Kommunen wurde 2017 Gewerbesteuer in Höhe von 485.000 Euro überwiesen.